Von Nixon bis Trump: wie der «War on Drugs» geopolitisch wurde
Shownotes
Als Richard Nixon 1971 Drogen zum «public enemy number one» erklärte, war der „War on Drugs“ noch kein Krieg im eigentlichen Sinn, sondern ein politisches Programm, eine innenpolitische Offensive gegen Drogenmissbrauch. Unter Ronald Reagan dann wurde der Kampf gegen Drogen stärker militarisiert. Die USA bekämpften nicht mehr nur Konsum und Kriminalität im Innern, sondern griffen auch die Produktions- und Schmuggelrouten im Ausland an – etwa in Bolivien oder Panama. Aber erst unter Donald Trump wurde der "War on Drugs" geopolitisch und wandelte sich zu einem echten Krieg, sagt Andreas Ernst in dieser Episode von "NZZ Geopolitik". Es zeigt sich, wie eng Drogenpolitik, Handelspolitik und geopolitische Interessen inzwischen miteinander verknüpft sind – und warum der „War on Drugs“ längst mehr ist als reine Kriminalitätsbekämpfung.
Gast: Andreas Ernst, NZZ-Journalist und Experte für internationale Beziehungen und Geopolitik Host: Marlen Oehler
Den Artikel zur Entwicklung des "War on Drugs" von Nixon bis Trump von Andreas Ernst findet Ihr hier.
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Transkript anzeigen
00:00:02: Hallo zusammen, mein Name ist David und ich gehöre zum Podcastteam von NZZ Geopolitik.
00:00:08: Ich habe wieder mal eine Frage an euch!
00:00:11: Wie viele Satelliten umkreisen die Erde?
00:00:15: Es sind zwischen zehn und dreizehntausend und die Zahl steigt rasant.
00:00:21: Immer mehr Unternehmen und Behörden wollen im Weltall mitmischen – aber wer kontrolliert diese Satellite?
00:00:28: Darüber spreche ich in einer Live-Aufzeichnung von NZZ Geopolitik an der ETH Zürich am Samstag, der Dreißigste Mai.
00:00:38: Meine Gäste sind Felix Seidel, ehemaliger NASA Manager und heutiger Geschäftsführer des ETH Swiss
00:00:44: Geolab
00:00:46: mit Leonid Leyva Ariosa, Wissenschafts- und Technologie Redaktor bei der NZZ.
00:00:52: Am dreißigsten Mai – am WoW Square Space Dark der Ether Zürrich.
00:00:57: Der Eintritt
00:00:58: ist kostenlos.
00:01:00: Und jetzt kommt Marlen mit einer neuen Folge von NZZ Geopolitik.
00:01:10: Es
00:01:15: gab mal Zeiten, da wandten sich US-Präsidenten vom Sofa aus an die Nation – fast schon sanft und väterlich!
00:01:29: US-Präsident Ronald Reagan spricht im September, zu seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern.
00:01:43: Er sitzt auf der Couch neben sich die First Lady im roten Dübjes Hand in Hand
00:01:52: Aber als Eltern und Grandpären, und als verabschiedeten
00:01:58: Nachbarn.
00:02:02: Drugs mengeln
00:02:07: unsere Gesellschaft.
00:02:09: Sie threaten unseren Werten und unterkürzen unsere Institutionen.
00:02:14: Sie töten unsere Kinder.
00:02:23: dass noch vieles im Argen liegt.
00:02:32: Und dann wendet sich die First Lady Nancy Reagan in sanftem Ton direkt an die Jugend.
00:02:49: Sie erinnert daran, wie aufregend und bunt das Leben sein könne.
00:02:53: Und wie durch Drogen alles schwarz- und grau- und vernebelter Scheine.
00:02:58: Die Botschaft ist klar und simpel.
00:03:11: Und heute?
00:03:12: Heute tönt das so, wenn ein US-Präsident über die Gefahr von Drogenspricht!
00:03:28: Andreas, der War on Drugs beschäftigt die US-Präsidenten seit Jahrzehnten.
00:03:33: Aber in diesen beiden Auftritten geht es thematisch zwar um das Gleiche aber der Tom, die Haltung, da könnte der Unterschied nicht größer sein.
00:03:42: In der Tat hat sich viel geändert.
00:03:45: was sich in Erster Linie geändert hat ist die zunehmende Militarisierung des Kampfes gegen Drogenmissbrauch.
00:03:53: In den Anfängen, das war noch Vorrägen.
00:03:55: unter Nixen ging es um ein ganzes Maßnahmenpaket aus gesundheitspolitischen Maßnahmen.
00:04:02: Polizeilichen-Maßnahmen.
00:04:05: Jetzt unter Trump hat sich dieser Krieg zu einem richtigen Krieg ausgeweitet.
00:04:10: Einem Krieg mit Luftwaffen, Raketen gegen sogenannte Narco-Terroristen und er ist mehr als früher zu einem geopolitischen Machtinstrument geworden.
00:04:23: Das ist NCZ Geopolitik, das große Ganze-Verstirn.
00:04:27: Mein Name ist Marlin Öhler.
00:04:30: Seit den Siebzigerjahren führen die USA ihren War on drugs wie dieser Drogenkrieg vom politischen Konzept gegen Innen zu einem echten Krieg im Ausland wurde.
00:04:41: dass bespreche ich heute mit dem NCZ Journalisten und Geopolitikexperten Andreas Ernst.
00:04:48: Hallo Andreas schön bist du hier im Studio bei
00:04:50: mir.
00:04:50: Danke
00:04:52: Andreas, also du sagst da gibt es einen grundlegenden Wandel.
00:04:56: Bei dem was wir unter War on Drugs verstehen – Wir haben vorhin Präsident Reagan gehört, aber der Drogenkrieg in den USA?
00:05:05: diese Bezeichnung war on drugs.
00:05:07: die taucht schon lange vor Reagan auf.
00:05:10: wie genau beginnt das alles?
00:05:11: Jetzt begleite ich mit einer Pressekonferenz im weißen Haus eine Rede von Nixon, Dunklen Anzug mit gestreifter Krawatte flankiert von drei Beratern, die ernst reinschauen vor die Presse tritt und sagt es seit Zeit eine Offensive zu starten.
00:05:35: Er habe eine Botschaft an die Nation, Feind Nummer ein sei der
00:05:39: Drogenmissbrauch.".
00:05:40: Hören wir doch kurz rein in diese Rede!
00:05:49: America's public enemy number one in the United States is drug abuse.
00:05:55: In order to fight and defeat this enemy, it is necessary to wage a new all-out
00:06:01: offensive.".
00:06:02: Er sagt das eigentlich wenig dramatisch.
00:06:05: also wenn man Trump so im Ohr hat zumindest nüchtern ernst steht er da und sagt um diesen Feind zu bekämpfen dass es gesagt eben der braucht ist eine breit angelegte Offensive.
00:06:20: Andreas, von einem War on Drugs spricht er eigentlich nicht.
00:06:24: Er sagt nur Offensive.
00:06:25: Ja
00:06:25: der Begriff War and Drugs wurde von den Medien geprägt, nicht von nixen selber.
00:06:30: aber man muss sehen dass wir uns in einem historischen Kontext befinden mitten im Kalten Krieg auch mitten dem Vietnamkrieg Und die Ausrufung dieser Offensive hat auch einiges zu tun mit dem Vietnamkrieg.
00:06:46: Kannst du das ein bisschen beschreiben, also diese Stimmung in der diese Rede stand?
00:06:50: Ja, die USA sind seit den Sechziger Jahren eine Gesellschaft im Umbruch.
00:06:54: Sie verändert sich schnell.
00:06:56: es gibt die Bürgerrechtsbewegungen der Schwarzen und Martin Luther King, der in den Neunzehn-Sechzig ermordet wird Es gibt die Studentenunruhen an den Universitäten Und es gibt sehr viele Proteste gegen den Krieg in Vietnam, der zunehmend unbeliebt ist.
00:07:12: Die Counterculture stellt traditionelle Familienwerte infrage – ist auch Kapitalismus kritisch.
00:07:21: Und dann kommt kurz vor dieser Rede ein Senatsbericht, der sagt dass zehn bis fünfzehn Prozent der Soldaten in Vietnam regelmäßig Drogen konsumieren.
00:07:33: Und das schreckt den Präsidenten auf.
00:07:35: Und diese Gegenkultur, die du beschrieben hast und eben auch diese Antikriegsstimmung – das ist natürlich nicht im Sinne dieser Administration?
00:07:41: Nein!
00:07:42: Was aber dazu kommt, dass das Drogenproblem bis dahin eigentlich immer als eine Angelegenheit von Unterschichten oder Außenseitern betrachtet wurde.
00:07:53: Mit der Countercouch mit der Hippie-Kultur kommt das Drogenproblem quasi in die Mitte der Gesellschaft.
00:08:00: Das Drogenproblem wurde bis dahin meist als ein Außenseiter-Problem betrachtet, Außenseiter oder Unterschichten.
00:08:07: aber jetzt betrifft es plötzlich auch die Jungen aus den Mittelschichten.
00:08:10: und es gibt ein berühmtes Time Titelblatt, neunzehntsiebzig dass einen weißen Teenager zeigt und darauf steht heroin hits the young.
00:08:19: Das schafft eine neue Aufmerksamkeit auf das Thema.
00:08:22: Darauf reagiert nixen.
00:08:24: Und natürlich, in two seventy sind Wahlen, der will wieder gewählt werden.
00:08:29: Ja und auch so die schweigende Bevölkerung ansprechen.
00:08:32: in der Mittelschicht?
00:08:34: Ja denn die Mittelsschicht ist verunsichert und den Warren Trucks ist ein Mittel auch hier wieder eine gewisse Verlässlichkeit zu signalisieren.
00:08:43: Gut, aber es macht grundsätzlich auch Sinn oder dass ein Staatsmann sagt wir haben ja eine potenzielle Epidemie eben mit.
00:08:49: du hast vorhin gesagt zehn bis fünfzehn Prozent der Vietnam Rückkehr könnten einen Heroin-Problemen oder andere Drogenprobleme haben die dann quasi die Gesundheitskosten in den USA betreffen.
00:09:00: Die Kriminalität vielleicht steigen das Elend steigern.
00:09:03: was genau sind denn seine Strategien jetzt um gegen diesen Feind Nummer eins wie er sagt vorzugehen?
00:09:09: Ja eigentlich drei Maßnahmenbündel.
00:09:12: Er will gesundheitspolitisch etwas ändern, er will bei der Repression etwas ändern und er will auch international Maßnahmen ergreifen.
00:09:22: Dazu macht er die Drogenpolitik zur Chefsache.
00:09:26: Er verdoppelt die Bütches für den Kampf gegen die Drogen.
00:09:35: Also
00:09:35: von der wir heute so viel hören?
00:09:36: Genau.
00:09:36: Und auch die Gelder für Therapie und Prävention werden erhöht.
00:09:40: Gut, aber diese repressiven Maßnahmen, die du auch angesprochen hast sind das verdecktere Motive oder da gibt es ja auch eine gewisse Diskussion darüber?
00:09:49: Ja, es gibt dieses berühmte... Zitat von Ehrlichmann, einem engen Berater vom Nächsten.
00:09:56: Der sagt, dass eigentlich der Warren Drax dazu gedient habe die Counter-Culture quasi die Hippis, die Marihuana konsumieren und die Schwarzen, die Kokain konsumiert, das man die damit in den Griff bekommen wollte.
00:10:10: Ehrlichman selber ist ein nicht sehr zuverlässiger Zeuge.
00:10:14: er war eine der Drahts hier im Watergate.
00:10:17: Skandal musste dafür ins Gefängnis wurde von Nixen, der noch nicht zurückgetreten war hängen lassen und hat seit seines Lebens eigentlich auf Rache gesonnen.
00:10:29: Aber natürlich in einer Gesellschaft wie die amerikanische Derasistischis wo soziale Ungleichheit sehr stark durch die Hautfarbe bedingt ist, da haben natürlich alle diese Maßnahmen auch eine diskriminierende Seite.
00:10:44: Und wie hat sich das gezeigt?
00:10:45: In dem viel mehr Schwarze wegen Drogendelegten verhaftet wurden die Gefängnispopulationen enorm anwuchs unterregen dann noch einmal vielmehr und in dem das Problem sehr oft als ein Problem der Schwarzen geframed wurde und nicht als ein problem von Unterschichten.
00:11:05: Also das heißt Unter Nixon lancierte Warren Drugs hatte von Anfang an tiefergehende gesellschaftliche und politische Ziele, die über die reine Drogenbekämpfung auch hinaus gingen.
00:11:17: Aber ein Krieg im eigentlichen Sinn war es noch nicht?
00:11:20: Es hat ja natürlich schon bei Nixon eine außenpolitische Komponente zum Beispiel diese berühmte French Connection der Handel mit Heroin aus der Türkei über Frankreich in die USA ging.
00:11:35: Da hat man interveniert, hat aber eigentlich sehr kooperativ mit den Europäern zusammengearbeitet.
00:11:41: Es hatte schon auch eine ausgreifende Komponente Aber sie waren im Vergleich zu heute sehr viel geringer.
00:11:48: Gut, auch nixens Nachfolger setzen dann den Warren Drugs fort.
00:11:51: Wir haben am Anfang schon eben Präsident Reagan gehört.
00:11:55: Was war denn seine Strategie?
00:11:57: Ich nehme mal an er beließ es nicht bei diesen flauschigen Sofa-Reden.
00:12:02: Nein, natürlich nicht.
00:12:03: Regen hat die außenpolitische Komponente, die Machtkomponent in den nachtziger Jahren forciert.
00:12:10: Drogenhandel wurde zum nationalen Sicherheitsthema gemacht.
00:12:21: Verstärkt wurden militärische Mittel eingesetzt und was gleich blieb war der Fokus auf die Supplyside.
00:12:29: Das
00:12:36: heißt, der Staat konzentriert es.
00:12:37: einem Maß haben wir vor allem darauf quasi die Herkunft der Droge das Drogenangebote im Ausland auszutrocknen.
00:12:44: Also
00:12:54: die Bekämpfung der Drogen heißt, anbauen und die Produktion vor Ort zu bekämpfen.
00:12:59: Wie sieht das denn genau aus?
00:13:00: Was gab es da für Beispiele?
00:13:02: Ja, es gibt die Operation Last Furnace Hochhofen.
00:13:07: Die bezieht sich auf Bolivien.
00:13:11: Da wurde zum ersten Mal die Armee eingesetzt, um die Drogenproduktion im Ausland zu bekämpfen.
00:13:17: Das Ziel war Kokain-Labors zu zerstören.
00:13:20: Die Amerikaner stellten die Logistik zur Verfügung – den Lufttransport, die Bolivianer kämpften am Boden.
00:13:26: Die Aktion dauerte etwa fünf Monate und war mäßig erfolgreich.
00:13:31: Viele Labors, die aufgefunden wurden, waren schon verlassen.
00:13:35: Es gab kaum Festnahmen Und den Berichten, die später vom CIA dazugeschrieben wurden, hieß es dass die Kooperation mit den Polyvianern schwierig sei.
00:13:46: Zum einen wollten die einheimischen Politiker nicht als Handlanger der USA erscheinen und zum anderen hat man schon dort gesehen das ist auch eine Zusammenarbeit zwischen den Drogenzündikaten und der Politik gab.
00:14:00: Ein weiteres Beispiel Auch ein interessantes Parallel ist die Intervention in Panama.
00:14:07: Im Jahr zuvor war General Noriega von den Amerikanern angeklagt worden ...drogen über den Panama-Kanal in die USA zu schleusen.
00:14:18: Da erfolgte eine Intervention im Jahr danach, Noriega wurde verhaftet und das Ganze sieht so aus wie eine Blaupause für die Ereignisse jetzt im Januar in Venezuela.
00:14:31: Der Vergleich wurde ab und zu gezogen.
00:14:34: Stimmt denn dieser Vergleich?
00:14:36: Ja, man könnte sogar sagen dass die Panama-Intvention erfolgreicher war und wirklich ein Regime-Change.
00:14:42: Ob das in Venezuela der Fall ist, ist man sich ja nicht so sicher.
00:14:45: Da wurde einfach quasi die erste Linie aus dem Rennen genommen.
00:14:50: Aber da kann man sagen also wie du das jetzt beschreibst diese Warren-Drocks hat eine stärker außenpolitische Komponente bekommen unter Reagan, also eine Ausweitung nach Außen weg vom reinen innenpolitischen Repressionsinstrument.
00:15:04: Ja, das ist eindeutig und ein Effekt davon ist auch dass dieser Druck auf diese Produktionsländer die Kartellbildung verstärkt weil indem die USA selber zum Teil in Zusammenarbeit mit den lokalen Regierungen diese Drogenbanden stärker verfolgen Ersteigen die Risiken.
00:15:25: Als Reaktion organisieren sie sich besser, erschaffen sich Kapital werden auch Gewalttätiger und vor allem die Verbindungen zur Regierung werden enger.
00:15:36: Also man kann sagen dass die Nebenwirkung dieser Intervention manchmal größer sind der Schaden durch die Nebenwerkung größerer ist als durch die eigentliche Krankheit in Anführungszeichen.
00:15:50: Also die Probleme konnten damit nicht wirklich gelöst werden.
00:15:53: und auch im Inneren in den USA, in dieser Zeit, in den Achtzigerjahren ist ja das Drogenelend nach wie vor ein großes Thema.
00:16:01: Wir haben ja in den achtzigerjahren diese Crack-Epidemie mit der Reagan zu kämpfen hat.
00:16:06: was genau tut er denn?
00:16:07: Im Inneren?
00:16:09: Crack ist Kokain in fester Form, dass geraucht werden kann, dass einen höheren Kokain gehalten hat als das Pulver.
00:16:18: Das führt dazu, dass die Zahl der Süchtigen steigt und auch die Zahl von Toten steigt.
00:16:24: In den Innenstädten führt das zu schlimmen Zuständen.
00:16:29: Dagegen reagiert Regen mit einem Programm oder dem Slogan Tough and Crime.
00:16:35: Was bedeutet, dass die Gesetze verschärft werden?
00:16:38: Es werden sehr hohe Mindeststrafen nur schon für den Konsum von Kokain oder überhaupt von Drogen eingeführt.
00:16:46: und interessant ist das Crack, das vor allem von Schwarzen konsumiert wird.
00:16:50: dann stärker bestraft wird der Konsum als Kokain.
00:16:55: Und da sah man eben dieses diskriminierende Element genau.
00:16:58: Und als Folge dieser Justizreform steigt die Gefängnispopulation in den USA massiv.
00:17:06: Die USA werden zu dem Land das weltweit prozentual am meisten seiner Bürger einsperrt, nur schon für gewaltlose Drogen vergehen, steigen in Zahlen von Fünfzigtausend, neunzehnhundertdachzig auf Vierhunderttausende im Jahr nineteenhundessiebeler
00:17:24: Neunzig.
00:17:24: Also Regenspolitik, wenn ich dich richtig verstehe.
00:17:26: Andreas verstärkte militärische Bekämpfung der Drogenruten außerhalb des USA auch im Innen-Tuff and Crime Politik harte Hand.
00:17:35: und doch kann man sagen, wenn man dann die Geschichte länger noch betrachtet eigentlich ist dieser Warren Druck gescheitert von Nixen bis... Regen, die Drogenkartelle sind nicht besiegt wie wir wissen.
00:17:47: Die Schmuggelrouten haben nicht gekappt und vor allem die Drogenepidemin in den USA ungebremst.
00:17:53: Wie ging es denn weiter bei den Buschklintens?
00:17:55: Und Obama hatten neue Ansätze?
00:17:58: Sehr lange gab es den überparteilichen Konsens was diesen War & Drugs betraf.
00:18:04: Nixen Regen haben die Weichen jeweils gestellt immer hin zu einer Verschärfung.
00:18:10: Es gab, das ist vielleicht der bedeutendste Gegenbewegung unter Obama gewisse Liberalisierungen zwischen dem Jahr zwei Tausend Neun und zwei Taussend Sechzehn.
00:18:20: Es wurde weniger exzessiv Gefängnisstrafen angewandt.
00:18:25: Es gab mehr palliative Maßnahmen wie Methadonenabgaben.
00:18:29: Drogensüchtige wurden eher als Kranke oder als Charakter schwache oder Verbrecher angeschaut Und in der Hälfte der Staaten der USA ist die Marijuana-Konsum heute legal.
00:18:43: Also dieses Umdenken hat das auch etwas mit ... eigentlich wirklich harten Drogenkrise zu tun, nämlich der Fentanyl-Krise, die in den Zwei-Tausendzehnern vor allem ausbricht.
00:18:53: Aber schon vorher begann?
00:18:55: Das ist gut möglich denn diese Krise entstand ja durch die leichtfertige Verschreibung von Schmerzmitteln also von Opioiden, die sehr schnell süchtig machen.
00:19:06: das wurde gepusht von Pharmafirmen und Geldgierigen Ärzten Und in der Folge wurden die Kontrollen dann der Abgabe verschärft, was die Abhängigen dazu brachte eben auf dem illegalen Markt auszuweichen.
00:19:20: Auf Versatzprodukte wie Fentanyl Und da sind schon ganz kleine Überdosen tödlich.
00:19:26: Das ist fünfzigmal stärker als Heroin, oder?
00:19:29: Ja.
00:19:29: Deshalb
00:19:30: sterben und sterben eigentlich Zehntausende jedes Jahr an dieser Droge.
00:19:35: Was jetzt aber auch wieder entscheidend ist betroffen davon war zuerst die ländliche Mittelschicht.
00:19:41: Wie schon Anfang der siebziger Jahre als plötzlich die weiße Mittelsschichtsjugend droge zu konsumieren begann was er den ganzen Wohrendrages ausgelöst hat sind es in den Zehnerjahren die weiße ländliche Mittelschicht, in den Appalachen und in diesen Gebieten, die sich deindustrialisieren.
00:20:01: Das führt dazu, dass die Politik stärker reagiert.
00:20:04: Und weil es sich bei dieser Bevölkerungsgruppe diese weißen Mittelsschicht untermittelschlicht eben auch um potenzielle Wähler vom Trump handelt, reagiert auch er darauf.
00:20:16: Also er kann da so ein
00:20:29: bisschen als Erlöser auch auftreten.
00:20:41: Und setzt einen Akzent, wir haben ihn eingangs gehört Trump hat gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit den Drogenkartellen den Krieg erklärt.
00:20:55: Man
00:20:59: kann sagen, Andreas, was da zumindest mal auffällt ist die kriegerische Rhetorik.
00:21:04: Ja Trump legt quasi nochmal zwei Sachen zu wenn man mit Regen vergleicht.
00:21:11: in der Tendenz geht es aber in die gleiche Richtung.
00:21:14: Der Warren Trucks wird als ein machpolitischer Sache angeschaut Und diese Playside, also die Angebotsseite wird ins Zentrum gerückt.
00:21:25: Aber die Sprache wird natürlich trampistisch geschärft
00:21:29: und... Was fällt dir da auf?
00:21:31: Zum Beispiel der Begriff von Narco-Terroristen.
00:21:33: Natürlich hat man auch schon früher den Drogelnhandel mit dem Terrorismus in Verbindung gebracht.
00:21:38: In Verbindung gibt es ja natürlich auch in Afghanistan.
00:21:41: Dort ging es aber eher darum dass die Terroristen quasi die klassischen islamistischen Terroristen sich finanzieren über den Drogenhandel, aber jetzt geht es in Südamerika eigentlich darum.
00:21:55: Den Drogenhändler sind die Karte selber!
00:21:59: als Terroristen zu bezeichnen.
00:22:06: Das sieht man zum Beispiel an diesem einen Aussage auch von Trump,
00:22:11: wo er
00:22:16: sagt die Drogenkartelle sind der IS der westlichen Hemisphäre also diese islamistische Terrororganisation Islamischer Staat.
00:22:24: da rückte die Kartelle wirklich in die Terroristen Ecken.
00:22:28: Der Apparat, der sich vorher um den islamistischen Terrorismus gekümmert hat, wird quasi umgepolt jetzt auf die Drogenssyndikate.
00:22:37: Auf die Narco-Terroristen.
00:22:40: Also das heißt diese War on Drugs wird eigentlich
00:22:44: umgedeutet
00:22:45: als Krieg gegen den Terror?
00:22:46: Genau!
00:22:47: Trump sagt auch, die Agenten müssen jetzt neben Arabisch einfach spanisch lernen aber der Apparat an solcher bestehe.
00:22:55: Und mit dieser Neudefinition von Kartellen zu terroristischen Organisationen gibt es sich natürlich auch mehr Handlungsspielraum für Interventionen in Südamerika.
00:23:09: Ja klar, also wenn Drogenschmuckel von Kriminalität zu Terrorismus verschoben wird dann kann Trump damit diese militärische Einsätze im Ausland überhaupt erst eingerichtet fertig?
00:23:20: Und er kann auch viel stärker militärisch agieren, weil er es quasi mit einem Kriegsgegner zu tun hat und nicht mit Kriminellen.
00:23:28: Das haben wir ja gesehen bei dieser Debatte der Bombardierung oder des Abschusses, der Versenkung von Drogenboten die eigentlich völkerrechtlich...
00:23:39: Ja zumindest zweifelhaft sind?
00:23:40: Oder umstritten sind?
00:23:42: Wahrscheinlich verbotend sind.
00:23:44: aber wenn er diese Boote als Teil einer feindlichen Macht erklärt dann wäre das natürlich wieder rechtlich in Ordnung.
00:23:52: Aber wir sind da doch in einer rechtlichen Grauzone irgendwie, es gibt ja viele Diskussionen.
00:23:57: auch die Festsetzung von Nicolas Maduro war umstritten wie legitim dass er auch völkerrechtlich ist.
00:24:03: Wer klärst du dir denn diese Entschlossenheit?
00:24:05: von Trump.
00:24:06: Das sind sicher auch innenpolitische Motive oder eine Politik für die Kulisse zu Hause, dass er als starker Mann auftreten kann angesichts dieser Fentanyl-Krise im Land?
00:24:18: Ja
00:24:18: du sagst es geht da primär um die Fentanilkrise wo er zeigen will das er etwas unternehmt weil die Trogentorten gibt es immer noch jedes Jahr.
00:24:27: das Problem ist nicht gelöst.
00:24:30: Trump bezeichnet Fentanyl ja auch als eine Massenvernichtungswaffe, was auch klar macht, dass es etwas ist, das von außen kommt.
00:24:38: Und neben dieser innenpolitischen Komponente gibt es natürlich auch die Außenpolitische und ich glaube diese ist sogar noch stärker.
00:24:46: Weil dieser Warren Drugs findet ja vor allem im Süden statt also in Südamerika, im Lateinamerika.
00:24:54: Und Trump hat ja ganz eindeutig erklärt, dass Lateinamerika Teil der westlichen Hemisphäre und damit der amerikanischen Einflussfähre sei.
00:25:05: Er hat auch eine Monroe Doctrine II Null ausgerufen.
00:25:13: Die eigentlich besagt das niemand anders... außer eben der USA auf diesem Kontinent Einfluss haben sollen.
00:25:20: Ja,
00:25:21: aber ist das ganz neu?
00:25:22: Ich meine Reagan-Politik zielte ja auch auf diesen lateinamerikanischen Kontinent ein Ab.
00:25:28: Also da ging es ja auch um die Kontrolle quasi des Hinterhofs der USA.
00:25:33: Das ist das Gleiche.
00:25:34: was sich geändert hat, ist die geopolitische Gesamtlage.
00:25:38: Regen agierte im Kontext des Kalten Krieges, wo es zwei Blöcke gab die ziemlich stabil waren.
00:25:44: Es gab zwar an den Rändern auch immer wieder Kriege in Vietnam zum Beispiel aber eigentlich war unbestritten dass Südamerika zur amerikanischen Einflusszone gehörte.
00:25:56: und jetzt seit einigen Jahren sich eine neue multipolare Welt herausbildet gibt es eben noch neue Akteure zb.
00:26:04: China das wirtschaftlich Ganz wichtig geworden ist, in vielen Ländern wichtiger ist als die USA.
00:26:11: Und die USA als relativ absteigende Macht werden sich eigentlich aggressiv darum diesen Einfluss behalten zu können.
00:26:22: Ich sehe es eher als eine defensive Reaktion.
00:26:26: Bei Trump sieht man ja auch dass diese War on drugs eben abgesehen von Venezuela immer wieder auch im Fall von Mexiko zum Beispiel als Druckmittel eingesetzt wird.
00:26:36: wo es gar nicht nur um Drogen eigentlich geht.
00:26:38: Ja, ich würde auch nicht sagen dass das ein Vorwand ist.
00:26:41: Ich würde eher sagen der Wohrentrags ist ein Instrument, um Einfluss auszuüben und Druckaus zu üben.
00:26:48: Und wie du sagst, das ist im Fall von Mexiko auch so.
00:26:52: Da hat er in dem Jahr zwanzig fünfundzwanzig mit dreißig Prozent Zöllen gedroht weil Mexiko zu wenig gegen den Fentanylschmuckel mache.
00:27:02: Er hat in Kolumbin das jetzt ein konkretes Beispiel, den Clan del Golfo.
00:27:07: Das mächtigste Drogensyndikat zur Terrororganisation erklärt und dahinter steht natürlich die Drohung auch gegenüber den kolumbianischen Behörden nur falls militärisch oder gegebenenfalls militär ist einzugreifen.
00:27:21: Ja also das ist ähnlich eigentlich wie bei Reagan, dass man quasi die Staaten auch bisschen unter Druck setzen kann, die einen politisch nicht ganz wohl gesonnen sind.
00:27:32: Ja, der Unterschied ist wie gesagt er das Regen handelte in einem stabilen Kontext, relativ stabilen Kontext des Kalten Krieges.
00:27:41: Trump agiert in einem instabilen Kontxt wo sich eine multipolare Welt herstellt und wie gesagt reagiert eigentlich aus der Defensive und deshalb umso aggressiver
00:27:54: Nicht nur sogenannt westlichen Hemisphäre, wird diese Warren Drugs als Druckmittel auch eingesetzt von Trump.
00:28:01: Es gibt ein interessantes Beispiel im Zusammenhang mit China.
00:28:15: Die USA werfen China vor Chemikalien die es zur Herstellung von Fentanyl braucht an Mexikos Kartelle zu liefern.
00:28:28: Auch da hat er mit Zölln angedroht, Trump.
00:28:39: Genau, und China hat dann sofort reagiert und behauptet es, kontrolliere seine Exporte ganz genau.
00:28:46: Und umgekehrt sei die amerikanische Seite verantwortlich, weil sie ja diese Nachfrage nach dem Stoff hat.
00:28:53: Also das ist eigentlich das typische Tauziehen zwischen Peking und Washington.
00:28:59: Jetzt herrscht Waffenstillstand, Trump wird ja demnächst nach Peking reisen.
00:29:04: aber das ganze zeigt dass die Drogenpolitik als Teil der Handelspolitik ganz stark im Dienst der Geopolitik steht.
00:29:13: Eigentlich alles ist Geopolitique heute.
00:29:16: Gut, der Warren Drugs Andreas hat sich unter Trump zumindest verschärft in diesem neuen geopolitischen Umfeld.
00:29:23: es ist für die Bühne im Innern hast du auch gesagt aber es geht auch darum starten gefügig zu machen oder Druck zu setzen und eben die eigene Hemisphäre zu schützen in einer defensiven Form, wie du sagst.
00:29:35: Obwohl die Rhetorik sehr offensiv ist?
00:29:39: Also ich muss mich vielleicht etwas korrigieren.
00:29:41: das Motiv ist letztlich defensiv weil die USA wirklich gerade in Südamerika wirklich herausgefordert werden von China und das Gefühl haben eben mit einem Monroe II Null Doktrin ihre Einflussfähre verteidigen zu müssen.
00:29:59: Aber kann man wirklich, also trotz all würde ich das gerne noch mal mit dir diskutieren von einem New War on Drugs sprechen?
00:30:07: Einem eigentlich echten Krieg den Trump führt.
00:30:12: Ja!
00:30:12: Ich denke was sich verändert hat ist diese Ausgreifende... interventionistische Komponente des Warren Drugs.
00:30:21: Sie hat sich noch mal zugespitzt eben im neuen geopolitischen Kontext, aber daneben gibt es natürlich weiterhin auch den gesundheitspolitischen Aspekt und es gibt weiterhin die Polizeiarbeit der Justiz.
00:30:36: also es ist immer noch eine dreigliedrige Politik.
00:30:41: Das Element der Macht, der Projektion von Macht hat eindeutig zugenommen.
00:30:46: In diesem Sinn ist der War on Drugs heute zumindest zum Teil ein wirklicher Krieg.
00:30:52: Ich weiß das Prognosen ganz schwierig sind in der aktuellen Weltlage.
00:30:55: trotzdem Was glaubst du wird Trump mit diesem new war and drugs erreichen?
00:31:01: Also er wird sicher, dass Drogenproblem in den USA nicht lösen können.
00:31:06: Der War on Drugs schon vor Trump war immer ein Neverending-War also eigentlich einen Typ von Krieg den Trump nie führen wollte.
00:31:16: Eben du sagst auch pro Großen kann man eigentlich nicht machen.
00:31:19: ich kann auch keine machen.
00:31:21: Ich vermute aber nach... dem Debakel, das er im Iran jetzt erlebt.
00:31:26: Dass dieses ausgreifend agressive Moment hier wieder zurückgefahren wird.
00:31:33: Ich danke dir!
00:31:34: Ganz herzlich für deinen Besuch im Studio Andreas.
00:31:36: Gerne
00:31:39: Das war NCZ Geopolitik – das große Ganze verstehen.
00:31:43: Heute ging es um die Entwicklung des US-Drogenkriegs von Nixon's politischen Programm bis zu Trumps New War on Drugs, dem Drogenkrig Reloaded sozusagen.
00:31:53: Mein Gast war Andreas Ernst, Endzeitjournalist und spezialisiert auf internationale Beziehungen und Geopolitik.
00:32:00: Mein Name ist Marlene Öler, macht es gut und bis bald!
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