Fussball-WM 2026 im Schatten von Trump: Die unzerstörbare Macht der Fifa

Shownotes

In wenigen Wochen startet mit der Fussball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada das grösste Sportereignis der Welt. Doch die Vorfreude wird von massiven geopolitischen Spannungen und einer hochgradig aufgeladenen Stimmung begleitet. In dieser Folge von «NZZ Geopolitik» analysiert der Sozialwissenschaftler Henk-Erik Meier von der Universität Münster, warum die Vorstellung eines unpolitischen Sports eine naive Illusion ist. Wir sprechen über den bemerkenswerten «FIFA Friedenspreis» für Donald Trump, die enorme Macht des Weltverbands und die Frage, warum die Fifa oft als Staat im Staate agiert.

Ein zentrales Thema ist die Instrumentalisierung des Fussballs durch die Politik und Nichtregierungsorganisationen. Meier erklärt, warum Boykott-Bewegungen historisch gesehen fast nie ihre Ziele erreichen und warum die Fifa trotz aller Korruptionsvorwürfe ein «scharfes Schwert» gegen nationale Regierungen führt. Zudem blicken wir auf den Iran-Konflikt und die schwierige Rolle der Athleten, die sich zwischen sportlichem Wettkampf und politischem Aktivismus wiederfinden.

Heutiger Gast: Prof. Dr. Henk-Erik Meier, Sozialwissenschaftler Universität Münster Host: David Vogel

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Transkript anzeigen

00:00:00: Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert von der NZZ Academy, das neue exklusive Weiterbildungsprogramm der NZZ für Führungskräfte.

00:00:12: Es ist wie immer ein sehr spezieller Moment wenn die Nationalmannschaft in die Fußball-WM einsteigt.

00:00:21: Da herrscht eine ganz bestimmte Spannung.

00:00:25: So auch am XXIII.

00:00:27: November, als Deutschland zum Auftakt gegen Japan spielt.

00:00:33: Nach der Hymne kommt dann der nächste Punkt.

00:00:37: die Spieler stellen sich auf für das Mannschaftsfoto und in dem Moment, indem die Kameras klicken passiert etwas Besonderes.

00:00:45: hören wir mal rein in die live Berichterstattung der ARD.

00:00:50: Man stellt

00:00:55: sich auf Das ging jetzt recht schnell.

00:01:01: Also was ist passiert?

00:01:02: Jeder Spieler hat die rechte Hand auf den Mund gelegt, elf zugehaltenen Münder ein Schweigen als Statement und zwar weil dem Kapitän der deutschen Nationalmannschaft vom Weltfussballverband FIFA verboten wurde eine Regenbogen-Binde zu tragen, um für Toleranz zu werben.

00:01:26: Die Hand also auf der Munde.

00:01:28: zuerst wurde das als die mutigste Geste seit Jahrzehnten gefeiert doch dann nachdem die Deutschen aus dem Turnier ausgeschieden waren, wurde der zugehaltene Mund zum Symbol des Scheiterns.

00:01:40: Herr Meier Wenn ich jetzt an die nächste WM denke, die bald beginnt und mehrheitlich in den USA ausgetragen wird Frage ich mich und die Frage geht an Sie.

00:01:50: Vertragen sich denn Fußball und Politik überhaupt?

00:01:55: Ja, das ist eine sehr schwierige Frage.

00:01:57: also vertragen sich Fußball und Politik.

00:02:00: Grundsätzlich stellt sich die Frage welche politischen Äußerungen Athletinnen und Athleten während dieser Großpartei erlaubt sein sollten In der Sportpolitik, auch in der Sportwissenschaft eine sehr kontrovers diskutierte Frage.

00:02:15: Aber unabhängig vom Vorfall glaube ich, dass natürlich Fußball und Politik eine ganze Menge miteinander zu tun haben.

00:02:21: Also einfach schon aus dem simplen Umstand das für so ein Großsport Turnier oder Großsporteeigen ist man natürlich politisch unterstützt und braucht.

00:02:29: Das geht ohne politische Mobilisierung von Ressourcen gar nicht.

00:02:32: also deswegen ist diese naive Vorstellung Sport und Politik hätten nichts miteinander zu tuten, natürlich falsch.

00:02:39: Meine persönliche Einstellung ist tatsächlich, dass ich glaube das der internationale Sport eine überpolitische Arena ist.

00:02:46: Also es ist eine Plattform tatsächlich wo sich Nationen und Athletinnen aus allen Ländern gemeinsam treffen und unabhängig von politischen Differenzen auch als gleichwertige in einem sportlichen Wettkampf begegnen also verbunden durch Den Glauben an den sportlichen Wettbewerb und den Gedanken der Fairness, dass sie in diesem Kontext in der Lage sind auch von politischen Differenzen abzusehen oder von denen zu abstrahieren.

00:03:15: Also es gibt natürlich eine politische Idee des Sports und das ist die Idee der Völkerverständigung also in diesem alten Jagong auf wie das damals transportiert worden ist.

00:03:24: und dann finde ich deshalb für mich nach wie vor große Anziehungskraft und ich finde aus diesem Grund muss man eben auch die Politisierung des Sports dosiert handhaben.

00:03:35: Das ist NCZ Geopolitik, das große Ganze verstehen.

00:03:39: In wenigen Wochen startet das größte Sportereignis der Welt unter anderem in den USA und das mitten in einer geopolitisch aufgeladenen Konstellation.

00:03:51: Geopolitisch kommt da ein großer Brocken auf uns zu, sagt der Sozialwissenschaftler von der Uni Münster Henk-Erik Meier.

00:03:58: Hallo!

00:04:01: Am elften Juni geht es los mit dem Eröffnungsspiel im legendären Aztecan-Stadion Mexico gegen Südafrika.

00:04:09: Freuen Sie sich auf die WM!

00:04:10: Ich freue mich auf jeden Fall auf die WM.

00:04:12: Ich bin einfach ein großer Fußballfan, ich sehe gerne internationale Spitzenfußball und auch kleine Renationen dabei wie sie ja einfach begeistert sind dabei zu sein.

00:04:23: also ich seh das einfach wirklich gerne und ungeachtet dessen dass natürlich auch eine vollkommerzialisierte Spektakel ist.

00:04:29: Das weiße ich nämlich in Kauf.

00:04:31: Aber es ist schon speziell diese drei Gastgeber.

00:04:33: wir haben quasi die Junior Partner Mexiko und Kanada und dann haben wir die große Übernation die USA.

00:04:40: Donald Trump überzieht Mexiko unter dessen mit Strafzellen und dann haben wir noch die Witze, dass Kanada dort der einundfünfzigste Bundesstaat noch werden soll.

00:04:47: Und das ist so etwas hat man eigentlich selten gesehen.

00:04:49: Also in diesem Ausmarkt gab es solche Spannungen, also dieses Ereignis Korea-Japan.

00:04:55: Das war ja auch ein von der Geschichte stark belastetes Event.

00:04:58: Ja stimmt, im Jahr zwei Tausend

00:05:00: Zwei.

00:05:01: Ich sage mal auch von der Organisation der FIFA auch ein gewisses Meisterstück dass man das geschafft hat diese beiden Nationen gemeinsam als Austräger fungieren zu lassen.

00:05:10: was wir jetzt erleben ist also meiner Erinnerung haben wir das noch nicht gehabt.

00:05:13: also dass wir drei Länder haben wo zwischen denen es große Spannung gibt entwitten einer geopolitischen Neuorientierung und Krise, das ist was ganz Unerwartetes.

00:05:23: Vielleicht liegt es ja daran dass FIFA-Präsident Janine Fantino und Donald Trump sich ermügen zumindest zelebrieren sie das öffentlich in Fantino.

00:05:34: ist sich dabei nicht zu schade die politischen Errungenschaften seines Buddies in den höchsten Tönen Preisen zu lassen Und eigentlich genau das Narrativ von Trump selber zu übernehmen.

00:06:14: Hören wir mal rein in den eigens produzierten FIFA-Film für den eigends kreierten FIFA Friedenspreis, der vor vier Monaten bei der Auslosung der Gruppen an Donald Trump in Washington übergeben wurde.

00:06:42: Die Deeskalation und die Stabilität der inaugurale FIFA-Peace-Prize in den Jahr- und Zweifel ist stolz auf das Präsident des USA, Donald J.

00:07:03: Trump.

00:07:07: Also ich glaube, sobald hätte man wahrscheinlich nicht gehen müssen.

00:07:11: Ich finde auch das ist ja also ein Präzidenzverhalten der da geschaffen wurde, der mich auch etwas erstaunt zurückgelässt.

00:07:19: Das muss ich ganz klar sagen.

00:07:21: Man muss natürlich jetzt auch Infantino zugute halten dass Trump sich zu dem dabei im Zeitpunkt tatsächlich die Schaffung von Frieden an verschiedenen Fronten auf die Panik geschrieben hat.

00:07:30: Es war noch vor dem Iran Krieg?

00:07:32: Genau!

00:07:33: Davon auszugehen war, dass es tatsächlich auch ernst gemeint gewesen mit den langfristigen Zielen der Magerbegehung auch vollständig übereingestimmt hat.

00:07:43: Ich fand es ja ein merkwürdiger Akt, wir wissen jetzt mittlerweile auch dass sich der norwegische Fußballverband dazu sehr negativ geäußert hat weil das Prozedere die Kriterien für diese Preisvergabe nicht klar sind.

00:07:58: ich glaube damit ist Infantil und vielleicht Schritt zu weit gegangen.

00:08:02: Warum hat er's gemacht?

00:08:03: Ich glaube, es geht darum zu gewährleisten dass dieses Ereignis von den USA auch maximal unterstützt wird gut inszeniert wird einfach den Gastgeber zufriedenzustellen in seinen Bedürfnissen nach Selbstdarstellung.

00:08:18: Am Ende des Tages muss man mal sagen natürlich kostet so ein Eregnis das Ausricht der Land eine ganze Menge.

00:08:23: Und was kriegt es im Gegenzug, eine internationale Plattform um sich darzustellen?

00:08:28: Denn sogar ein Donald Trump weiß wenn am elften Juni der Ball rollt.

00:08:32: Dann rollt der Ball und dann wird eigentlich alles andere auf die Seite verdrängt.

00:08:38: da hat es kaum noch Platz für irgendwelche Misstöne.

00:08:41: und da habe ich mich gefragt das gibt ja der FIFA eine unglaubliche Macht.

00:08:47: Ich frage mich, woher hat eigentlich rein historisch betrachtet?

00:08:51: Woher hat die FIFA eigentlich so viel politische und gesellschaftspolitische Macht?

00:08:58: Also man muss sich eben nochmal vergegenwärtigen.

00:09:00: Als die Sportverbände vor über hundert Jahren gegründet wurden... hatten sie praktisch keine kommerziellen Funktionen.

00:09:06: Sie waren Organisatoren, die versucht haben Mittel aufzutreiben für die Veranstaltung von internationalen Sport-Events.

00:09:12: Die haben das Reklamon vereinheitlicht und die Qualifikationsregeln festgelegt.

00:09:17: so über Kommerzialisierung reden wir eigentlich erst seit den letzten fünfzig Jahren Und die Sportverbände haben es geschafft, ihre Regelungsbefugnisse auch auf diesen kommerziellen Bereich erfolgreich auszudehnen.

00:09:29: Also die FIFA hat es geschafft alle Kompetenzen bei sich nach wie vor zu vereinen.

00:09:35: also sie ist weltverwandt gleichzeitig Ausrichter und vermarktet diese Ereignisse.

00:09:39: Sie bündelt ganz viele Funktion in einer Organisation, die man in anderen Bereichen wahrscheinlich eher entkoppeln würde.

00:09:48: keine Interessenkonflikte aufkommen zu lassen, aber ich glaube das große Geheimnis des Schlichtens einfach.

00:09:52: Fußball ist die Sportart weltweit Nummer eins.

00:09:55: es zieht Milliarden von Menschen in den Bann und der Ausschluss eines Landes aus diesen Wettbewerben stellt jede Regierung für erhebliche Legitimationsprobleme.

00:10:06: Also zu erklären, warum die eigene Nationalmannschaft nicht an internationalen Wettbewerben teilnehmen kann ist gerade den Fußball begeisterten Ländern sehr schwierig.

00:10:15: also das ist ein scharfes Schwerk dass die FIFA da in der Hand hält, den Ausschuss von Nationen aus dem Internationalen Fußball und viele Regierungen vermeiden aus guten Gründen die Konfrontation.

00:10:27: Aber kommt es oft vor?

00:10:29: Dass die FIFA quasi diese Drohung zückt und sagt, wenn ihr so und so nicht mit uns mitmacht, dann werdet ihr einfach schlicht ausgeschlossen von einem Webbewerben?

00:10:38: Also die Drohung wird häufiger gezogen als man sich das vorschält.

00:10:41: Und diese Drohungen führt dann häufig auch zur Konzession seitens der nationalen Regierung.

00:10:46: Ein Beispiel was mich etwas erschittert hat war, dass die polnische Regierung die korrupte Spitze des polnischen Fußballverbandes abgesegt hat, er hat die FIFA interveniert, weil sie die autonomen Selbstregulierungskompetenzen des Sports beeinträchtig sah.

00:11:05: Sie hat dann auch erheblich politisch agiert, um klarzustellen dass eine Regierung nicht das Recht hat einer Verbandsspiel zu zwingt lassen.

00:11:14: Also unabhängig davon ob es jetzt korrupt sind oder nicht?

00:11:16: Es ging nur darum zu sagen wer darf bestrafen.

00:11:20: Genau und es hätte jetzt im konkreten Fall Polens bedeutet, dass Polen vielleicht auch die Europameisterschaft mich hätte ausrichten können.

00:11:29: Also bei dieser Bündelung der Macht muss ich schon sagen, kein Wunder ist eine Organisation wie die FIFA anfällig für Korruption und keinen Wunder wird darüber eigentlich bei jeder Vergabe eines Großen Anlasses darüber diskutiert.

00:11:45: Ja also erstmal müssen wir sagen dass die Kritik an der FIFA das ist so ein selbstläufer.

00:11:49: Das hat sich jetzt als negatives Image verpestigen.

00:11:52: Ich glaube, viele Menschen werden erstaunt zu realisieren wie viel Korruption in UN-Organisationen zu finden ist.

00:11:58: Wie viel ineffektivität und wie viel Einfluss auch von internationalen Konzernen wir in UN Institutionen finden.

00:12:06: also ich glaube es fehlt den meisten Menschen eigentlich eine Referenzbasis wie anfällig auch andere internationale Organisation für Fehlverhalten sind immer realisieren, es sind extrem komplexe Organisationen und natürlich treffen da Menschen aus sehr unterschiedlichen Kultureien Hintergründen aufeinander.

00:12:26: Und die Frage der Finanzierung stellt sich immer und wer am Ende des Tages auch Entscheidungen über Mitteverwendung trifft?

00:12:33: Ich finde man kann bei der FIFA deutlich sehen dass sie in Reaktion auf diese Korruptionsskandale versucht hat Reform durchzuführen.

00:12:41: Die geht den Kritikern natürlich nicht weit genug aber Es gibt Ansätze, Interessenkonflikte zu vermeiden, Vergabeverfahren besser auszugestalten.

00:12:50: Die FIFA hat sich auch stärker der Menschenrechtsfrage gewidmet also insbesondere was die Arbeitssituation der Arbeiter anbelangt für die Infrastruktur beschäftigt werden da hatte es in den letzten Jahren doch erhebliche Fortschritte gegeben das darf man nicht leugnen.

00:13:10: Also der Drucker gewirkt?

00:13:11: Doch, da hat tatsächlich was bewirkt.

00:13:13: Das kann man auch nachverziehen.

00:13:14: also es gibt auch einige Berichte des internationalen Gewerkschaftsbundes wo raus hervorgeht dass Katar tatsächlich den Arbeitsschutz verbessert hat die Beschäftigungsbedingungen verbessern hat.

00:13:26: Wie nachhaltig das jetzt ist, kann ich aus meiner Perspektive, aus Deutschland nicht sagen.

00:13:31: Aber ich glaube man kann mit gutem Recht behaupten, dass es zumindest auf der formaljuristischen Ebene Verbesserung Katar gegeben hat.

00:13:39: und ein anderes Beispiel ist sicherlich die Frage des Zutritts für Frauen im Iran zur Fußballstadion, die lange geschwählt hat.

00:13:48: also Frauen im Iranian sind seit der islamischen Revolution faktisch vom Besuch von Fußballstadien aus geschlossen worden.

00:13:56: Der FIFA-Untersehr glatter war das sehr wohlbewusst, sie ist aber über symbolische Ermahnung diese Mischte jetzt zu korrigieren nicht hinausgekommen.

00:14:05: und der Infantino lässt sich zeigen dass es da tatsächlich ernsthaftere Bemühungen gegeben hat den Iran dazu zu zwingen diesen Ausschluss von Frauen aus Fußballstadion zu beenden.

00:14:16: Und was ist da passiert genau?

00:14:18: Ja, also man hat dem Iran mehrmals auch damit gedroht ihn aus internationalen Wettbewerben auszuschließen und das ist für den Iran doch eine sehr schmerzhafte Möglichkeit weil Fußball im Iran eine erhebliche Rolle spielt.

00:14:32: Also der Ausschluss des Irans aus internationalem Fußballwettbe werben wäre etwas was die Legitimität der Regierung tatsächlich beeinträchtigen würde.

00:14:41: Dem Iran ist mir etwas getrot worden und der Iran hatte sich dann schrittweise wiederwillig auf Konzession eingelassen bei dieser Frage der Geschlechtertrennung, der geschlechtersegregation im öffentlichen Raum für das Regime Islam halt zu zentral ist.

00:14:56: Also es ist eine, sagen der ideologischen Kernelemente des iranischen Regimes und deswegen sind diese Forderungen so schwer akzeptabel gewesen für die iranische Regierung.

00:15:08: Sie hat da eben schrittweise Konzessionen eingeführt Und das kulminiert und ist auch sehr interessant in einem Liegerspiel, dass ausschließlich Frauen geöffnet worden sind.

00:15:19: Also man hat Frauen zu Stadion zugelassen aber nur unter der Aufrechterheit umgekehrter Geschlecht der Segregation.

00:15:26: also Männer sind dann ausgeschlossen worden.

00:15:28: Fuck bleibt aber die Frauen oder die weiblichen Fußballfenzen im Iran haben es geschafft über die FIFA die Regierung zur Konzession zu zwingen.

00:15:37: Und das ist keine kleine Sache.

00:15:40: wenn sie die FIFA hätte dafür ein bisschen besser und mehr gewürdigt werden sollen?

00:15:45: Ja, aus meiner Sicht schon.

00:15:46: Ich glaube das nicht hinreichend gewürdig worden ist dass dieser sehr sensiblen Frage der Geschlechter im Iran die FIFA einen wichtigen Erfolg erzielt hat.

00:15:59: Interessant auch, dass jetzt der Iran an dieser Weltmeisterschaft ja teilnehmen wird.

00:16:05: Es gab eine kleine Zeit da wurde über Ausschluss oder Nichtteilnahme gesprochen aber im Moment ist es ruhig.

00:16:12: Wir befinden uns in einer sehr diffizilen Situation.

00:16:15: Donald Trump hat den Iran signalisiert, er solle wegbleiben weil es nicht gut wäre für das Team.

00:16:21: Der Iran hat zum Beispiel einen Bolkot geliebäugelt jetzt aber verkündet.

00:16:26: Er bolkotiert die USA aber nicht die Fußball-Weltmeisterschaft und möchte von der FIFA eine Konzession erzwicken oder erwirken dass sich viele nicht in den USA sondern Mexiko stattfinden.

00:16:40: Ob die FIFA das kann, also da hängt ja auch ein ganzer Ratni Schwanz von organisatorischen, logistischen und Infrastrukturfragen dahinter.

00:16:49: Das weiß ich nicht.

00:16:50: Also ich glaube rein als politischer Pragmatiker würde sagen es macht vielleicht Sinn die Spiegel des Iran nicht in den USA stattfinden zu lassen in einer sehr aufgeheizten Situation wo beide Länder sich gegenwärtig noch als Kriegsgegner gegenüberstehen.

00:17:07: Auch gar nicht abzusehen ist, wie sich die große Exier-Community der Iraner in den USA verhalten wird und ja auch der Druck auf die iranische Nationalmannschaft.

00:17:17: Also wenn man nur mal an die Sportler denkt – auch erheblich sein wird!

00:17:20: Ja

00:17:21: also ich finde politischer Prognatismus würde dafür sprechen, die Spiele nicht in den US-Achstatt finden zu lassen.

00:17:28: Wir sind gleich

00:17:29: zurück.

00:17:33: Handelskonflikte, geopolitische Spannungen

00:17:36: oder KI?

00:17:37: Wer

00:17:37: führt braucht Antworten.

00:17:39: Die NZZ Academy ist das exklusive

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00:17:54: Jetzt anmelden!

00:18:06: bisher war die Erzählung ja relativ einfach.

00:18:09: Herr Meyer auf deiner Seite haben wir die FIFA diese mächtige Organisation die scheinbar am liebsten ihre Turniere in fragwürdigen Ländern ausrichtet.

00:18:20: Zum Beispiel in aufstrebenden autokratisch geführten Ländern, Russland, zum Beispiel, oder eben Katar, und jetzt ist es ja interessant da haben wir einen Bruch.

00:18:33: Die FIFA geht in den globalen Norden unter anderem aber in ein Land das von einem Rechtspopulisten geführt wird.

00:18:42: Also einerseits stimmt es natürlich, also die Verlagerung dieser Großporteignisse in Autokratien aus den globalen Süden oder aufstrebenden Staaten hat natürlich was damit zu tun dass die Bevölkerung im Globalen Norden zudem weniger bereit ist auch die Kosten dafür zu tragen.

00:18:58: Man sieht das gerne man ist begeistert für den Ereignissen aber natürlich sind sie am schönsten wenn man selber nicht dafür bezahlen muss.

00:19:04: diese WM in Amerika finde ich Wenn jetzt hier unbedingt nur anderen wären, ein gutes Beispiel dafür für den Versuch der FIFA den Fußball global populär zu machen.

00:19:15: Also die Ausrichtung durch drei Länder ist insoweit sehr geschickt als es die Infrastrukturkosten deutlich reduziert.

00:19:22: Der Fußball hatte in den USA Fuß gefasst und Mexikus Fußball begeistert.

00:19:27: Im Prinzip ist es eine wirklich schöne Gelegenheit auch die völkerverbindende Wirkung des Fußballstaates darzustellen, dass drei Länder dieses Turnier zusammen ausrichten.

00:19:37: Dass jetzt alles anders gekommen ist zeigt eben auch was wir Vorlaufzeiten haben und wie unvorhersehbar die geopolitischen Lage zurzeit ist.

00:19:45: Die Frage ist natürlich wie die Öffentlichkeit sagen wir bei Ihnen in Deutschland, bei uns in der Schweiz mit der FußballWM umgehen wird?

00:19:52: Was mir auffällt Wir haben das Turnier in wenigen Wochen, sie ist gefühlsmäßig kaum präsent.

00:20:00: Ich kann mich erinnern, WM Qatar vor vier Jahren.

00:20:04: da wurde rundherum darüber diskutiert über die Sicherheit auf den Baustellen, über das Klima, über die Menschenrechte und über die WM in den USA, Kanada und Mexiko habe ich jetzt kaum was gehört!

00:20:17: Also wir hatten ja die Anzeichen, der ersten Anzeigen einer Balkott-Debatte als Donald Trump seine Hände nach Grünland ausgesteckt hat.

00:20:24: Interessanterweise gab es dann eine Diskussion über einen möglichen Balkot der WM durch die europäischen Fußballverbände.

00:20:32: Diese Debatte ist relativ schnell abgebrochen worden.

00:20:34: in Deutschland war die Einstellung dass man ja auch Mexiko und Kanada bestrafen würde.

00:20:39: deswegen sollte man jetzt nicht dieses Ereignis bulkortieren.

00:20:42: ganz klar glaube ich das dahinter eher politischer Pragmatismus bzw.

00:20:47: Opportunismus steckt, also jetzt die USA in so einer schwierigen Situation zu verärgern ist sicherlich nicht unbedingt Drahtsam.

00:20:55: Was Katar einbelangt da haben wir wirklich eine lang anhaltende Bollkott Kampagne gesehen, die sich daran festgemacht hat dass Korruption involviert war bei der Vergabe der WM.

00:21:06: das konnte man verstehen.

00:21:09: Kampagne ist natürlich auch angeheizt worden durch die US-Amerikaner, die über diese Vergabe sehr, sehr unglücklich waren und sehr erbitterd darauf reagiert haben.

00:21:19: Und ganz viele NGOs haben diese Kampagnen am Laufen gehalten zu holen.

00:21:23: Diesmal ist es anders.

00:21:25: also wir haben nicht diesen langen Vorlauf oder den langen Atem der Bolkottbewegung.

00:21:29: Man muss aber auch ehrlicherweise sagen dieser ist eigentlich eine skandinavische, zentraleuropäische und vielleicht nur britische Angelegenheit gewesen.

00:21:38: Also diese Boykott-Forderung haben in anderen Kontexten deutlich weniger Resonanz erhalten.

00:21:45: Bringt denn Boykotte überhaupt etwas aus der Vergangenheit?

00:21:48: Das ist der größte Boykot in der Spockgeschichte wenn ich mich nicht täusche.

00:21:53: Die Olympischen Sommerspiel in Moskau hat das was verändert.

00:21:57: Ja, das ist ein sehr gutes Beispiel.

00:21:59: Also es hat eigentlich überhaupt nichts verändert.

00:22:01: Außer bei der Allmarsche der Söhrtelone Afghanistan.

00:22:05: Wie wir alle wissen haben die Russen oder die Sowjets ihr Abenteuer fortgesetzt bis zum bitteren Ende und ich sage mal ein sekundäres.

00:22:13: Ziel der US-Amerikaner ist gewesen die Wiederwahl von Jimmy Carter zu sichern auch dass er nicht funktioniert.

00:22:19: also sowohl die kurzfristigen Ziele der US Amerikanische Regierung was ihre Wiederwahlen anbelangt hat Also auch die langfristigen strategischen Ziele, die Sorge jetzt aus Afghanistan herauszudrängen haben sich nicht erfüllt oder sind nicht umgesetzt worden.

00:22:33: Das heißt wir wissen ziemlich genau das Bolkotte diese erhofften politischen Wirkung nicht haben.

00:22:39: also es ist Symbolpolitik und Symbol Politik die vor allen Dingen nach innen wirkt.

00:22:44: im Bezug auf die WM in Qatar kann man ja deutlich zeigen am Beispiel Deutschlands dass dieser Polkottesgesund natürlich dazu geführt hat viele Fußballfans nicht eingeschaltet haben.

00:22:57: Sowohl die absoluten Eicherzeilen als auch die Marktanteile waren deutlich geringer für die WM Kata, aber keiner der Volkotte hat seine politische Ziele bislang erreicht.

00:23:08: es geht vor einigen um Symbolpolitik, die im Augenblick vielleicht schmerzhaft ist, aber antiet sich viele Menschen dann noch nicht mehr lange erinnern.

00:23:17: Jetzt schließt sich langsam der Kreis, denn wir sind in dieses Gespräch eingestiegen mit den deutschen Nationalspielern die sich mit der rechten Hand den Mund zugehalten haben.

00:23:28: Was denken Sie persönlich über den Druck dem man auf die Spielerinnen und Spieler generell macht?

00:23:34: Und gleichzeitig was auch hier wieder politischer Aktivismus bringt wenn Profi-Sportler das machen!

00:23:41: Das erleben wir ja immer wieder im verschiedensten Sportbereich.

00:23:45: Ich glaube, der Druck, wer damals auf der Mannschaft lag, darf nicht unterschätzt werden.

00:23:50: Dann muss man natürlich jetzt mit einem gesunden Menschenverstand sich eingestehen, dass eine solche Gäste natürlich keine tiefer umwurzelte Diskriminierung von sexuellen Minderheiten revidieren kann.

00:24:03: Das ist ein Signal, das wir uns damit nicht einverstanden erklären.

00:24:06: Meines Wissens haben die Kataris ihre Politik irgendwie zugehörf homosexuelle nicht geändert.

00:24:13: Also das hat null Effekt gehabt, es ist eher eine Selbstvergewisserungsgäste, die sich an uns richtet dass wir zu unseren Werten stehen.

00:24:20: Das mag man nöblich finden aber... Wir haben es hier mit Fragen zu tun, die tiefkulturell verworzen sind und die wahrscheinlich länger bis die Gezeithorizonte brauchen um tatsächlich geändert zu werden.

00:24:31: also da bin ich sehr skeptisch.

00:24:33: so insgesamt politische Aktivismus von Athletinnen und Athleten.

00:24:38: Ich glaube, davon kann eine große symbolische Wirkung ausgehen.

00:24:42: Man muss sich aber darüber klaren sein was man tatsächlich im Sport tolerieren kann.

00:24:49: so wie weit darf das gehen?

00:24:51: Und diese Grenzen sind schwer zu ziehen.

00:24:54: Okay!

00:24:55: Das müssen wir noch ein bisschen präzisieren.

00:24:57: also wenn ich jetzt an einen erfolgreichen Protest denke von Sportern dann denke ich im Moment an das Indigniergehen der amerikanischen Sportler umgegen, die Rassendiskriminierung zu protestieren.

00:25:09: Das hat doch bis in die Mitte der Gesellschaft eigentlich gut funktioniert?

00:25:14: Es hat eine unheimlich große Resonanz gehabt aber die nicht in.

00:25:18: der Frage, den man sich stellen muss ist was haben diese Proteste eigentlich für die Afroamerikaner gebracht in den USA?

00:25:25: und das kann ich nicht beantworten.

00:25:27: also das ist mir schwierige Frage.

00:25:28: also ich glaube es ist ein legitimes Anliegen gewesen Form der Rassendiskriminierung öffentlich zu thematisieren.

00:25:36: Und man muss es natürlich jetzt auch vor dem Hintergrund, ja, der spezifische Koalitisierung des Sports in den USA sehen und das Bewusstsein für Rassendeskriminierung dass das breit verankert ist sicherlich ein legitimes Anliegen.

00:25:50: die Frage ist aber hat sich tatsächlich jetzt groß was geändert?

00:25:53: Also hat sich die soziale Situation der Afroamerikaner in den US dadurch verbessert?

00:25:58: also vielleicht ist es auch zu viel verlangt so.

00:26:01: Aber am Ende des Tages stellt sich ja für jeden Sozialwissenschaftler die Frage, wann übersetzt sich Symbolpolitik in realer Politik?

00:26:11: Gibt es denn ein Beispiel wo Sie sagen das hat funktioniert?

00:26:15: Hätte ich gesagt fällt mir nicht viel ein dazu.

00:26:16: Also nahmes fällt mir tatsächlich gar nicht so viel ein, wo politischer Aktivismus von Athletinnen und Athleten nachhaltige politische Effekte gehabt hätte.

00:26:28: Es war ein bisschen frustrierend weil ich das Gefühl habe dass jedes Sport große Reignis, also warum die Olympischen Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften eigentlich immer begleitet werden von politischen Diskussionen und Debatten?

00:26:43: Ja ich glaube das ist charakteristisch für unsere Gesellschaft.

00:26:45: Also viele Interessengruppen auch NGOs wissen dass diese Großquartereignisse eine extreme Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

00:26:53: Also versucht man diese Gelegenheitsfenster zu nutzen, um seine eigenen Anliegen in Verbindung mit diesem Großereignis thematisieren zu können oder an die Öffentlichkeit zu bringen.

00:27:04: Wir wissen aber auch Aufmerksamkeit ist ein sehr kleines Gut!

00:27:07: das App relativ schnell ab.

00:27:08: Sobald der Sporteignis begonnen hat, stehen eigentlich sportliche Aspekte im Vordergrund und diese politischen Themen verlieren dann an Resonanz und dann Wichtigkeit.

00:27:18: Deswegen sind viele Aktivisten sehr erfolgreich dieses Spiel als Plattform zu nutzen um auf bestimmte Anliegen aufmerksam zu machen.

00:27:27: Die Gegenseite, das ist jetzt ganz wichtig.

00:27:29: Die Gegensite hat natürlich auch ihre Möglichkeiten gegen Propaganda zu betreiben und als Politiker wissen sie ganz genau die öffentliche Aufmessankheit ist ja kurz.

00:27:39: Und man muss bestimmte Sachen einfach aussetzen.

00:27:41: also ich glaube auf Seite der Politik macht sich ein pragmatischer Zynismus bereit dass man weiß man muss es halt aushalten.

00:27:48: aber die Öffentlichkeit verfolgt diese Anliegen nicht nachhaltig.

00:27:54: Also ich darf mal erinnern an ein Thema, das im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in China damals sehr präsent war.

00:28:01: Nämlich die Diskriminierung der ugerischen Linderheit.

00:28:05: Ganz großes Thema interessiert sich heute kein Mensch mehr dafür und das sagt viel aus über uns.

00:28:10: also

00:28:10: dass wir kurzfristig agitiert sind aber eigentlich gar keinen längerfristiges Interesse haben diese Aspekte weiter zu verfolgen oder Großenergie zu investieren.

00:28:24: Jetzt zum Schluss, wenn Sie in wenigen Worten beschreiben würden.

00:28:27: Was erwarten Sie in Sachen Politisierung dieses Fußballgroßereignisses?

00:28:32: Das in wenigem Wochen beginnt jetzt in Amerika, Mexiko und Kanada.

00:28:37: Was denken sie was das wird?

00:28:38: Wird das ein Ereignis dass wirklich den Iran Krieg sogar vielleicht beenden wird weil Trump eine große Symbolik machen möchte oder wird es eher Eine Fußnote werden diese Leute.

00:28:49: Also ich hoffe, und das ist jetzt mehr eine Hoffnung als tatsächlich ne Vorhersage, also ich hoffe dass der Iran Krieg bis dahin beendet ist.

00:28:57: Ansonsten muss man sagen die Welt ist so interessant im Spann geworden, dass sich kaum was vorhersagen lässt.

00:29:05: Das muss man auch als Sozialminister schaffe ich einfach eingestehen.

00:29:08: Dass es alles so rudertil und ja zum Teil auch verrückt geworden, daß sich wirklich keine Prognosen treffen kann.

00:29:15: Also im günstigsten Fall Ist der Iranflieg vorbei und Donald Trump nutzt das Event, um sich als Friedenspräsident zu inszenieren oder als siegreicher Friedenspreisident?

00:29:24: Ich könnte mit dieser symbolischen Inszenierung leben wenn der Konflikt beendet wäre.

00:29:29: Weil ich glaube dass auch ein schlechter Frieden noch besser ist als eine Fortsetzung dieses Krieges der ja ganz negative disruptive Auswirkungen auf die globale Wirtschaft hat Und wir müssen ja Angst haben, dass vielleicht behauptbarst nur droht.

00:29:45: Henk-Erik Meier vielen Dank

00:29:47: Ja, vielen Dank.

00:29:48: Ich freue mich hier gewesen, da zu

00:29:50: dürfen.".

00:29:55: Das war NZZ Geopolitik – das große Ganze verstehen heute mit dem Sozialwissenschaftler Henk-Erik Meier von der Universität Münster zur FIFA WM in den USA, Kanada und Mexiko bereits in einem Monat losgeht.

00:30:14: Eure Kommentare könnt ihr uns jederzeit schreiben an geopolitiketnzz.ch.

00:30:20: Uns gibt's jetzt mit Wort Neu.

00:30:22: Danke fürs Zuhören, wünscht David Vogel!

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