Singapur als Vorbild? Wie ein Stadtstaat zur Lieblingsautokratie wurde
Shownotes
In nur sechs Jahrzehnten entwickelte sich Singapur von einer von Krankheiten geplagten Region zu einer der reichsten Nationen weltweit. Die Bewohner gehören Umfragen zufolge zu den glücklichsten Asiens. Dieser beeindruckende wirtschaftliche Aufstieg beruht jedoch auf einem politischen System, das Experten als elektorale Autokratie bezeichnen. Die langjährige Regierungspartei sichert sich ihre Stellung durch ungleiche Bedingungen im politischen Wettbewerb. In dieser Folge von «NZZ Geopolitik» spricht der Politologe Marco Bünte darüber, warum das Modell aus finanziellem Erfolg und autoritärer Kontrolle als Vorbild für Machthaber auf der ganzen Welt dient. Es zeigt auf, wie Wohlstand für die Bevölkerung geschaffen wird, ohne dass die politische Führung ihre Macht abtreten muss.
Heutiger Gast: Marco Bünte, Politologe Host: David Vogel
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Transkript anzeigen
00:00:00: Dieser Podcast wird dir den präsentiert von True Wealth, der Online-Vermögensverwalter, der seit zehn Jahren Komfort und Transparenz vereint.
00:00:22: Es
00:00:28: kommt schon selten vor dass ein Staatsmann echte Gefühle zeigt im Livefernsehen um den Drinnen
00:00:36: ausbricht.
00:00:40: Doch im August, nineteenhundertfünfundsechzig wird der Premierminister von Singapur Lee Kuan Yew live im schwarz-weiß Fernsehen von seinen Emotionen übermohnt.
00:00:57: Was war passiert?
00:00:58: Das kleine Singapore war vom großen Malaysia aus einer gemeinsamen Föderation ausgeschlossen worden Und plötzlich steht dieses kleine Malaria-Versäuchte Singapur alleine
00:01:12: da.
00:01:17: Das schwer enttäuschte Liguan Yu reist sich danach zusammen und beruhigt seine Mitbürger.
00:01:36: Kaucia.
00:01:37: Sechzig Jahre später schlägt Singapore andere selbstbewusste Töne
00:01:45: an,
00:01:50: zum Beispiel hier in diesem Investmentvideo.
00:01:58: Singapore
00:02:00: ist unterdessen eines der reisten Länder der Welt mit den glücklichsten Bewohnern Asiens und für diese Entwicklung wird das Land weltweit bewundert.
00:02:11: Und jetzt kommt eben die Pointe, es wird vor allem bewundert von Autokraten Marco Bündte.
00:02:19: Ja Singapur hat es innerhalb weniger Dekaden geschafft einen ungeheuren Wohlstand aufzubauen Die Bevölkerung zufriedenzustellen und gleichzeitig die politische Kontrolle zu behalten.
00:02:33: Das heißt, hier geht es einerseits darum Leistung zu zeigen vonseiten der Regierung und aber gleichzeitig die politische Kontrolle zu behalten.
00:02:46: Das ist NSZ Geopolitik das große Ganze verstehen.
00:02:50: mein Name ist David Vogel.
00:02:52: Liberale Staaten sind weltweit auf dem Rückzug.
00:02:55: dafür legen autokratische zu Und als Vorbild dient ihnen Singapur Warum das so ist und wie Singapur heute überhaupt funktioniert?
00:03:05: Das bespreche ich mit dem Politologen und Singapore-Experten Marco Bündel von der Universität Erlangen.
00:03:11: Guten Tag!
00:03:16: Ich muss zugeben, als erstes wenn ich an Singapurt denke – und ich muss dazu sagen, dass ich noch nie in Singapour war – dann kommt mir immer meinen Vater im Sinn, der mir gesagt hat, wenn ich einen Kaugummi in den Mund hatte auf keinen Fall auf den Boden werfen.
00:03:29: In Singapurbür würde man dich gleich... mit der Peitsche bestrafen.
00:03:34: Ist das so, ist das ein Klischee?
00:03:36: oder ist es wirklich so in Singapur?
00:03:38: Das ist kein Klischey.
00:03:40: Es ist zwar nicht die Peitschee, es sind aber drakonische Geldstrafen.
00:03:45: Wenn man einen Kaugummi auf die Straße spuckt, schädigt man das allgemein gut und dafür wird man in Singapo bestraft weil sich das Individuum nicht alles herausnehmen kann selbst wenn es die Gemeinschaft schädight.
00:04:02: ist Singapur der Meinung, dass man hier draconische Strafen anwenden muss um das Gro dann davor abzuschrecken das Gleiche zu tun.
00:04:13: Gut danke, dass Sie das geklärt haben.
00:04:15: wir werden später auf die Stellung des einzelnen und der Bevölkerung eingehen in Singapore.
00:04:21: Ich möchte zuerst über diesen einzigartigen wirtschaftlichen Aufstieg Singapur sprechen.
00:04:28: Noch vor sechzig Jahren, ich habe es eingangs erwähnt, stand Singapore vor dem Nichts.
00:04:32: Es war wirklich ein kleines Städtchen!
00:04:34: Ich empfehle euch alte Videos anzuschauen.
00:04:37: Es ist wirklich nicht so vergleichen wenn man jetzt an diese Hochhäuser denkt die ihr dort entstanden sind.
00:04:43: Das ist eine Wirtschaftsmetropole mit einem enorm globalen Einfluss.
00:04:48: unglaublich
00:04:49: Naja, das Land hat sich innerhalb von drei Jahrzehnten – Sie sagten es ja – von einem Malaria-versäuchten Fischerdorf zu einer prosperierenden Metropole entwickelt.
00:05:02: Sein Hafen, sein Flughafen gelten als regionale Knotenpunkte für globale Lieferketten.
00:05:09: Es ist führend in der Halbleitertechnik, Pharmaindustrie und es gilt auch eines Hauptfinanzzentren neben Hongkong in Asien beispielsweise.
00:05:21: Es ist bei den Unternehmen vor allen Dingen unheimlich beliebt, weil es so sehr gute Rahmenbedingungen setzt.
00:05:28: Das hat eine hocheffiziente Verwaltung die sehr schnell und vor allem korruptionsfrei arbeitet und darüber hinaus auch noch eine gute Infrastruktur.
00:05:38: Singapro fügt über ein.
00:05:39: Ein leistungsstarkes Gesundheitssystem ist bei dem Bildungssystem immer in den führenden Etagen.
00:05:47: Und darüber hinaus, ist das Land auch noch sicher?
00:05:50: Die Kriminalitätsraten gehören zu den niedrigsten weltweit!
00:05:54: Das heißt die Bürger haben eigentlich alles was sie wollen.
00:06:00: Eigentlich
00:06:01: ja außer Demokratie.
00:06:03: Genau, das ist ja dieser große Markle.
00:06:06: Ich habe kurz nachgeschaut die US-amerikanische NGO Freedom House, die stuft Singapur als teilweise frei ein der Bertelsmann Transformationsindexit Singapurs Staatssystem als gemäßigte Autokratie.
00:06:21: also man sieht schon bei diesen Begriffen gemässigt und teilweise frei.
00:06:26: Es ist so eine Art hybride Form.
00:06:28: Also es sind nicht die totale Autokratie, aber sie ist auch nicht die volle Freiheit.
00:06:32: Wie würden Sie denn das politische System Singabus bezeichnen?
00:06:37: Wir haben früher tatsächlich gesagt, es hat beides demokratische Züge und ein bisschen Freiheit, aber keinen Machtwechsel.
00:06:46: Und neuerdings spricht man vom elektoralen Autoritarismus.
00:06:51: Das zeigt eben an dass die herrschende People's Action Party die regierende Partei seit neunundfünfzig noch keine Wahlen verloren hat.
00:07:01: Und das zeigt schon an, dass es Wahlen gibt alle fünf Jahre aber die immer von einer Partei gewonnen werden und diese Partei schafft ist so der Opposition einfach keine fairen Wettbewerbschancen einzuräumen.
00:07:20: Das heißt Da gibt es nur ganz kurze Zeit, um sich überhaupt auf die Wahlen vorzubereiten.
00:07:27: Die sind auch chronisch unterfinanziert und öffentliche Kundgebungen beispielsweise müssen vorher genehmigt werden.
00:07:35: Das heißt man sieht ganz genau wer kommt denn da überhaupt hin?
00:07:39: Und die Presse ist generell in der Hand des Staates.
00:07:44: das heißt Es ist keine Zensur.
00:07:46: Sie dürfen auch Kritik üben Aber nur innerhalb des Rahmens.
00:07:50: Das heißt, wenn Sie über den Rahmen hinweggehen und das System insgesamt kritisieren dann können sie Ärger bekommen von Verleumdungsklagen hin bis hin zur Gängelung und vielleicht auch sogar Inhaftierung Und insofern setzt man auch gezielte Nadelstiche die wiederum die Opposition davon abhalten soll Die macht der PAP zugefähr.
00:08:16: Also das heißt Auf dem Papier in der Verfassung ist es eine Parlamentarische Demokratie.
00:08:23: Wir haben eben Parteien, wir haben die Opposition und eine Art von freiem Medien.
00:08:29: Und trotzdem lebt das diese Demokratie einfach nicht ganz aus.
00:08:32: Das Ganze funktioniert irgendwie sehr subtil, eine Art subtile Repressionen.
00:08:37: Ja, man spricht von sehr stark kalibrierter Repression.
00:08:41: Das heißt ganz explizit gegen diejenigen, die sie herausfordern oder gefährden.
00:08:48: auch ein typisches Beispiel sind so Zuschneidungen von Wahlkreisen.
00:08:52: wenn da irgendwie mal einen Stadtteil besonders stark für die Opposition stimmt dann wird er halt kurz mal umgruppiert, sodass die PAP dort wieder gewinnt.
00:09:05: Und das sind so die kleinen Schritte, die unternommen werden damit die PEP auch dauerhaft gewinnte.
00:09:12: Die PAP hat in ihrer Geschichte immer so zwischen sechzig und siebzig Prozent der Sitze erhalten – und sechszig Prozent?
00:09:22: Da hat man dann schon gesehen!
00:09:24: Es wird ja jetzt hier ein bisschen knapp, auch für die PAP.
00:09:27: Die muss dann sagen, jetzt müssen wir aber wieder besser werden und wir müssen ganz gezielt in die Wahlkreise geben um die Bürger zu überzeugen und auch um der Opposition das Wasser abzugraben – ganz einfach!
00:09:42: Also diese Sechzig Prozent sind aber real.
00:09:45: also es sind eigentlich faire Wahlen, die aber mit unfairen Mitteln erzielt worden sind?
00:09:51: Es sind freie Wahlen.
00:09:52: Sie sind nicht fair Sie sind nicht fair.
00:09:55: Das ist das Kernmerkmal des elektoralen Autoritarismus, dass Wahlen stattfinden.
00:10:01: Das heißt sie bieten ja auch den Herrschenden die Legitimation.
00:10:06: Lee Kuan Yew hat immer gesagt wenn ich ein Diktator wäre denn würde ich doch gar nicht in Wahlen gewählt werden.
00:10:14: Ich bin aber seit neunzehnhundertneunundfünfzig so häufig in Walen gewählt worden, das kann doch gar nichts sein, dass die Bevölkerung gegen mich ist.
00:10:23: Das heißt, die Wahlen geben Legitimität und deshalb haben sie auch ein großes Potenzial.
00:10:29: Aber Sie sind nicht fair weil Sie keinerlei Möglichkeiten geben,
00:10:39: Wie geht es denn der Bevölkerung?
00:10:40: Also weiß man dann, ob die einfach damit lebt.
00:10:44: oder finden sie das gut.
00:10:45: Sind Sie überzeugte elektorale Demokraten?
00:10:49: also gibt es da Untersuchungen?
00:10:51: Ja, da ist man der Meinung dass meine Demokratie hat
00:10:56: in Singapur selber.
00:10:57: In Singapore glaubt man, dass das eine illiberale Demokratie ist.
00:11:02: Lee Kuan Yew hat ja immer gesagt eine liberale Demokraties wie aus dem Westen.
00:11:08: Das funktioniert bei uns nicht, wo das Individuum so eine große Gestaltungskraft und so eine Große macht.
00:11:16: Wir sind ein multiethnischer Staat!
00:11:18: Wir müssen darauf aufpassen dass die Gemeinschaft das ganze stark ist und da muss sich der Einzelne zurücknehmen.
00:11:25: Und das hat die Bevölkerung auch so gekauft.
00:11:31: Man kann sagen, sie hat ihre Freiheitsrechte abgegeben.
00:11:34: Sie darf wählen aber sie hat die eigentliche Kritik abgegeben für den Preis des Wohlstands.
00:11:40: Eben also eigentlich muss man schon sagen es ist ein goldener Käfig?
00:11:45: Ja!
00:11:45: Man lebt auch gerne im goldenen Käfig wenn man dort lehnt.
00:11:49: das heißt man hat sich bewusst dafür entschieden denn wenn man die Freiheit wollte dann müsste man aus dem Käfig ausfliegen Das heißt, man müsste dem Käfig verlassen.
00:12:01: Und viele kritische Stimmen haben gesagt, nee auf Dauer ist das nichts für mich.
00:12:07: deshalb muss ich ins Ausland und dort dann die Freiheit haben auch meine Kritik zu äußern.
00:12:14: Und deshalb verlasse ich Singapur.
00:12:17: Es haben zahlreiche Singapore-Ries gemacht und deshalb die Beschreibung als goldener Käfig ist schon richtig.
00:12:25: Aber für die, die dort geblieben sind, ist es das Wert?
00:12:28: Also wenn wir uns noch mal in die Situation von nineteenhundert fünfundsechzig hineinversetzen, war es Ihre Meinung nach richtig und ist es nachvollziehbar dass sich Lekwann Ju für diesen goldenen Käfig entschieden hat?
00:12:43: Ja.
00:12:43: In nineteenhundert fünfundsechszig bei der Unabhängigkeit war Singapur sehr sehr vulnerabel, sehr sehr verletzlich.
00:12:53: als kleiner Stadtstaat umgeben großen Staaten wie Indonesien, Malaysia sehr, sehr arm.
00:13:03: Da hat man das ganze systematisch aufgebaut und sehr gut aufgebaut.
00:13:09: also das heißt auch nach einem stringenten Plan wenn sie sich das anschauen beispielsweise das Bildungssystem von einem wirklich einen großen zahl von Analferbeten in den sechziger Jahren hatten.
00:13:20: erst die Alphabetisierung des ganzen Landes durch den Bau von Grundschulen ermöglicht den nächsten Schritt dann in der breitere Bildung und auch Universitätsbildung, sodass man heutzutage mit die besten Universitäten in Asien wenn nicht sogar weltweit hat.
00:13:37: Und das sind natürlich Leistungen, die man so wählt als Stadtstaat ohne Hinterland, ohne Versorgung
00:13:47: Keine
00:13:48: Rohstoffe.
00:13:49: Ist man sehr verwundbar und hat deshalb auf diesen Weg explizit gewählt?
00:13:55: Sie haben ja eingangs diese Szene von Lee Kuan Yew erwähnt, wo er vor die Presse tritt und dort auch in Tränen ausbricht als er aus der maleisischen Federation ausschaltet.
00:14:06: Er ist dann aber auch sechs Wochen in Klausur gegangen auf dem Schachbrett entworfen, wie Singapur eigentlich sich zu entwickeln hat.
00:14:18: Und Sie haben ja eingangs gefragt was denn so ein bisschen die Gefahr ist für Singapour.
00:14:24: der Name Lee Kuan Yew?
00:14:26: Mit seinem Tod, Zwei-Tausend-Fünfzehn beispielsweise.
00:14:29: Da hatte der Sohn noch die Premierministerschaft inne.
00:14:33: Diese Familie hat natürlich auch viel, viel dominiert im Lande und jetzt muss die nächste Generation ... Es ist schon eine weitere Generation an der Macht... Die muss es schaffen das Land genauso erfolgreich zu regieren.
00:14:49: Und das ist natürlich auch ne große Herausforderung.
00:14:55: Wir sind gleich zurück!
00:15:00: Ob Vermögensverwaltung, Säule IIIa oder ETF Kinderportfolio.
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00:15:10: Neu mit dem praktischen Entnahmeplan.
00:15:13: starten sie jetzt auf truewealth.ch.
00:15:25: Wenn man schaut also die Generation Z zum Beispiel in anderen Ländern natürlich nicht in Singapur aber in anderen ländern geht regelmäßig auf die Straße.
00:15:34: Das Internet, wenn man das so ein bisschen salopp sagen kann bringt ja Bilder aus ganz vielen Ländern und zeigt was man mit Freiheit oder mit Demonstrationen erreichen kann.
00:15:45: Und da frage ich sie natürlich wie lange schluckt jetzt zum Beispiel?
00:15:48: Wenn ich mir so vorstelle einen zwanzigjährigen, fünfundzwanzigjährigen Studenten der nicht das sagen kann, was er gerne sagen möchte oder nicht das erreichen kann, Die junge Generation diesen Zustand.
00:16:04: Und das kann ich Ihnen natürlich so nicht beantworten, glaube aber dass auch auf der Ebene der jungen Generation dieser Deal wir kommen wirtschaftlich voran und geben dafür unsere Freiheiten ein Stück weiter auf.
00:16:20: Solange dieses Versprechen von Wohlstand und Fortkommen eingehalten wird, ist man auch auf der Seite bereit.
00:16:28: Sie kennen ja in Singapur auch den Status der Bildung.
00:16:33: beispielsweise die ganzen Familien, die investieren sehr viel nicht nur Geld auf Zeit in Bildung.
00:16:42: Das sollte sich ja auch auszahlen, das heißt eine gute Stellung im Staat vielleicht in der Staatsverwaltung die wiederum auf Leistungen basiert.
00:16:51: D.h.,
00:16:51: dass sind nicht irgendwie wie in anderen Staaten so Familienbande.
00:16:58: Man kommt da natürlich nur rein wenn man die Regeln insgesamt beachtet d.h.
00:17:03: Wenn sie als Generation zählt dagegen diese Regeln verstoßen und generell sehr stark Kritik üben dann kommen sie da auch nicht rein.
00:17:13: Das heißt, ich behaupte auch mal... das ist zwar jetzt keine wissenschaftlichen Untersuchungen dazu aber dass die Generation Z vielleicht auch nicht so kritisch ist wie in anderen Staaten wo Sie Korruption beklagen muss gibt es in Singapur kaum.
00:17:27: Aber vieles hängt natürlich am wirtschaftlich vorankommen und auch da ist es natürlich sehr schwierig Sie haben es erwähnt bei einem so reichen, so gut funktionierenden Staat.
00:17:39: Da auch das dauerhaft zu schaffen, da wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
00:17:46: und es geht natürlich auch um gesellschaftliche Pluralität, LGBTQ usw.
00:17:54: Und da ist Singapur sehr konservativ und diese Art von Forderung werden meines Erachtens auch nicht gehört.
00:18:05: Und da würde dann wieder die Mehrheit sagen, wieso sollen wir jetzt hier für so ein paar kleine zahlenmäßig kleine Gruppen jetzt hier groß was verändern?
00:18:16: Das läuft doch gut so!
00:18:18: Aber es ist schon interessant dass Sie das jetzt erwähnen.
00:18:20: bei zum Beispiel andere Tigerstaaten wie man sie ja so nennt Südkorea oder Taiwan sind ja zum Beispiel in Sachen Gesellschaft deutlich weiter und haben aber einen anderen Weg eingeschlagen.
00:18:32: politisch?
00:18:33: Ja, auf jeden Fall.
00:18:35: Also ich denke aber auch mal beispielsweise in Südkorea haben wir ja dauerhafte Korruptionsfälle eine ganz starke Vernetzung von Wirtschaft und Politik gegen die Zivilgesellschaft immer wieder auf die Straße gehen muss.
00:18:52: Sehr heftig sogar!
00:18:53: Und da ist der Deal ein anderer.
00:18:57: Da hat man irgendwann den Militär, die aus der Regierung verbannt und dafür dann Mitsprache gefordert.
00:19:04: Und gleichzeitig hat man aber auch die Korruption da bis zum gewissen Teil akzeptiert und geht immer nur auf die Straße wenn es nicht passiert.
00:19:13: in Singapur erwarten sie keine Korruption und sagen die Regierend gut, da brauche ich ja auch nicht auf die Strasse zu gehen und dass Sie Ihre Freiheit zu demonstrieren oder ihre Meinung gegen die PAP zu äußern, aufgeben.
00:19:31: Das wird ja erst dann interessant wenn die PAPP wirklich nicht mehr funktioniert und nicht mehr die Leistungen bringen, die sie eigentlich jetzt erbringen soll.
00:19:39: Erst dann wird es wirklich interessant, erst dann kann man fragen, funktioniert dieses Modell noch?
00:19:44: Das ist momentan nicht zu sehen weil die neue Generation ist sich der Herausforderung sehr, sehr wohl bewusst.
00:19:51: Das heißt wird immer gesagt die neue Generation wird alles dafür tun Singapur so erfolgreich zu halten an die alten Erfolge anzuknüpfen uns wieder global führen zum machen und so man hat das auf dem Schirm.
00:20:05: Apropos neue Herausforderungen Die geopolitische Lage ist ja gerade herausfordernd.
00:20:13: Singapore war Von der Gründung her, wenn ich richtig informiert bin sehr eng mit den USA verflochten militärisch politisch kulturell und jetzt wird ja sehr über Einflusssphären, Hemispheren hegemonen diskutiert.
00:20:29: Und wenn ich auf die Weltkarte schaue dann denke ich Singapur gehört in der Logik von Trump zu China.
00:20:37: was bedeutete im Moment das Zusammenbruch der bisherigen Weltordnung für Singapore?
00:20:43: sicherlich sehr interessiert sein müssen an einer stabilen Welt.
00:20:48: Das hört sich so ein bisschen an, als wenn Singapur ganz klar im westlichen Lager ist und das ist es nicht.
00:20:55: also das heißt anders als die Philippinen Südkorea oder Taiwan wo die USA ja Basen haben das heißt ihre Truppen stationiert haben gibt es in Singapur nur eine sehr enge sicherheitspolitische Zusammenarbeit.
00:21:10: Aber keine Partnerschaft, man hat Truppenabkommen und macht auch zusammen Militärmanöver und koordiniert in der Sicherheitspolitik sehr
00:21:21: stark.".
00:21:22: Aber Singapur hat insgesamt eine sehr pragmatische Außenpolitik.
00:21:26: Das heißt, sie reagiert auf den wirtschaftlichen Anstieg in China und kooperiert sehr, sehr harmonisch mit China wohlwissend das man dem großen Drachen nicht verärgern sollte.
00:21:41: Und deshalb ist es hier nicht ganz klar im westlichen Lager sondern arbeitet sehr eng China zusammen, unter anderem aber auch mit der ASEAN.
00:21:54: Also das heißt mit der Gemeinschaft südostasiatischer Staaten die ja die gesamten südosasiatischen Staaten bündelt und da sind ja auch immerhin fünfhundert Millionen.
00:22:04: Das heißt Singapur als kleiner Staat setzt auf die große Institution um die Regeln einhalten zu lassen.
00:22:11: Habt ihr die Regel gelten im Moment nicht mehr?
00:22:13: Die sind ja stark unter Druck
00:22:15: Das stimmt.
00:22:16: Aber die Frage ist ja, ich bin ja Regionalwissenschaftler und die Frage is', haben die wirklich überall immer gleich gegolten?
00:22:24: Ja also in jeder Ecke gab es da diese liberale Weltordnung, die wir hatten oder gab es sie nur weil Amerika sie getragen hat und in einigen Ecken war's auch Die Ordnung Amerikas.
00:22:38: Und in Südostasien, beispielsweise hat man sich sehr häufig so ein bisschen schon an die USA angelehnt aber immer versucht alle mit ins Boot zu holen damit es da zu keinen Konflikten kommt.
00:22:51: und man hat diese regionale Karte.
00:22:53: Man hat ja China als regionalen Nachbar Hegemon Den kann man nicht wegdiskutieren.
00:23:00: Da kann man ja nicht sagen, ihr werdet immer größer.
00:23:03: Das ist einfach ein Fakt.
00:23:05: Damit hat man historisch schon Erfahrung und deshalb ist es natürlich... für die auch einigermaßen natürlich und deshalb ist es nicht so sehr, dass jetzt glaube ich dann neues Zeitalter anbricht.
00:23:16: Man sagt im Gegenteil man sagt ja wieso hier in Asien spielt doch die Musik?
00:23:21: Wir wachsen doch wir haben hier keine Probleme und deshalb sagt man halt das diese Institutionen die man geschaffen hat auch dazu genutzt werden sollen um diese Probleme zu lösen.
00:23:34: Der Grund warum ich sie ja kontaktiert habe immer wieder erwähnt wird in Zusammenhang mit anderen Konflikten.
00:23:43: Also aufgefahren ist es mir mit dem Gaza Krieg, da hat Trump ja diesen berühmt-berüchtigten Rivieraplan mal formuliert spontan aber Es kam dann immer wieder der Ausspruch insbesondere von israelischer Seite als man gesagt hatte Gaza könnte das Singapur des Nahen Ostens sein.
00:24:03: oder Auf dem afrikanischen Kontinent sagt man immer Rwanda sei das Singapore Afrikas.
00:24:10: und Paul Kagami, der sagt sich ja immer wieder sehr beeindruckt von Singapore ist oft auch dort.
00:24:16: Und im Moment spricht man viel über diesen Rückzug der Demokratie und dem Comeback der starken Autokratie.
00:24:24: Ist das ein Zufall dass Singapore quasi das Lieblingsland von autoritären Politikern ist?
00:24:30: Das ist kein Zufall.
00:24:32: Also beispielsweise die chinesische Regierung schicken seit den siebziger Jahren, bereits seit Beginn der Wirtschaftsöffnung unterdenken regelmäßig Beamte nach Singapur um dort sich abzuschauen wie man erfolgreich regiert was man machen sollte wie man die Bevölkerung erfolgreich ruhig stellt.
00:24:54: und auch unter Xi Jinping ist das natürlich ein großer Traum Mittelklasse, man spricht davon beispielsweise einen vernünftigen Wohlstand für die gesamte Bevölkerung zu schaffen.
00:25:08: Und da schaut man natürlich auf den Erfolgsstaat Singapur der es wirklich sehr gut geschafft hat in den letzten Jahrzehnten hier sehr guten Reichtum für die Gesamte Bevölkerungen zu kreieren.
00:25:21: Man sagte eigentlich das Ein Parteienstaaten ist eigentlich nicht schaffen.
00:25:26: Dass das die Historie so zeigt, dass es nicht schaffen Proserität für die gesamte Bevölkerung zu erreichen ein Parteien Staaten scheitern und Singaproh ist eigentlich das beste Beispiel dafür, dass eben doch funktioniert, dass man reich wird ohne Demokratie?
00:25:41: Naja ich sag mal ein Parteinstaat sind immerhin noch erfolgreicher als Militärregierungen, die immer wieder sehr kurzlebig sind.
00:25:51: aber
00:25:52: Das geht natürlich daran, einerseits diese Legitimation durch Wahlen zu haben.
00:25:57: Auch wenn sie nicht fair sind und andererseits auch die Bevölkerung zufriedenzustellen.
00:26:03: Und diese zwei Komponenten man ist nicht in der Kritik des Auslandes das heißt man muss nicht immer wieder wegen Depressionsmaßnahmen Menschenrechtsverletzungen usw.
00:26:15: sich der Kritick des Auslands stellen.
00:26:17: und gleichzeitig kann man sagen ja wieso?
00:26:19: unsere Bevölkerung darf doch wählen Und deshalb, das sind so Dinge natürlich den autoritären Herrscher in dieser Welt sehr gut befallen.
00:26:27: Weil sie auch nicht so viel Repression anwenden müssen und Tausende von Menschen hinter Gittern bringen oder Ähnliches was so das hässliche Gesicht der Diktatur ist.
00:26:38: Singapur ist ja wie Sie sagten der goldene Käfig.
00:26:41: da wird ganz gezielt eine Repression eingesetzt Und da wünschen sich natürlich auch andere Staaten, möchten dann gerne hinschauen und sagen wie schaffen wir es eigentlich.
00:26:54: Gibt es etwas was eigentlich lupenreine Demokratien aber aus dem Modell Singapur lernen könnten?
00:27:01: Wo sie sich wünschten als Kenner dieses Landes oder Asiens das hier finden, das müsste man bei uns in Europa auch ein Vorbild nehmen und nicht einfach ablehnen.
00:27:12: Also wenn ich da an Europa denke, würde ich an zwei Dinge denken.
00:27:16: Einerseits ist Singapur ein multiethnischer Staat und sagt wirklich auch wir sind einen multietnischen Staat.
00:27:26: Wir sind zwar mehrheitlich ethnisch-chinesisch aber wir haben hier Marlain also Muslime und auch Inder hier leben und es darf keine Segmentierung geben.
00:27:36: diese Volksgruppen müssen vernünftig zusammenarbeiten.
00:27:40: Das heißt, man darf auch nicht gegen andere Volksgruppe beispielsweise hetzen und es gibt eine Gesetzgebung die ganz gezielt darauf hin arbeitet eben das umzusetzen dann auch zu ahnten, wenn dann irgendwie Hassreden gegen andere ethnische Gruppen umgesetzt werden.
00:28:02: Dann gleichzeitig auch so eine Art von in der Verwaltung das ist dort beispielsweise nicht dazukommt, dass eine ethnische Gruppe minder repräsentiert ist.
00:28:13: Das heißt Inda und Malayn werden auch gezielt gefördert und gesagt ja ihr sollt hier auch dran teilhaben.
00:28:21: es findet keine Ghetto-Bildung innerhalb des Stadtstaates statt.
00:28:25: das heißt sie haben dort keinerlei rein indischen oder muslimischen Viertel so dass dort die sozialen Probleme unter dieser Glocke gehalten werden.
00:28:34: Natürlich ist das durch illiberale Maßnahmen, auch ein bisschen durch Repression dort.
00:28:40: aber ich glaube es ist trotzdem erfolgreich Das Zusammenleben verschiedener ethnischer Gruppen und die sich dann auch als Singapuras sehen.
00:28:50: Ich hatte aber vielleicht auch noch ein zweites Argument genannt, wo Demokratien lernen können und ich glaube das liegt ein bisschen an der Effizienz des Staates.
00:29:01: Der Staat lebt davon dass sich ausländische Investoren dort ansiedeln und deshalb muss man sie auch zufrieden stellen und deshalb wird alles getan um schnell zu entscheiden und unbürokratisch zu sein.
00:29:15: Und das ist natürlich was, was gerade in Europa jetzt mittlerweile in der Diskussion ist dass viele Entscheidungen sehr viele Wege gehen und sehr lange dauern.
00:29:25: Das hat so ein bisschen, sag ich mal Vor- und Nachteile.
00:29:28: Weil bei uns natürlich auch so Inklusion, das heißt Entscheidungen, dass kleinere Gruppen auch mitteilhaben dürfen ob dort einen Waldstück gerodet wird oder ähnliche Dinge.
00:29:38: da wird nicht einfach nur entschieden sondern der Bevölkerungswille mit eingebezogen Und das ist natürlich auch was Positives.
00:29:45: Das will ich nicht verschweigen aber trotzdem fürs Wirtschaftswachstum und für die Investoren.
00:29:51: Die wollen natürlich, dass das schnell geht und deshalb ist es natürlich zu
00:29:55: loben.".
00:29:57: Also das heißt sie würden wenn die hoch gelobte Universität von Singapur bei ihnen anklopfen würde Sie würden dort hinziehen?
00:30:07: Ich habe sieben Jahre in Malaysia eine Kulalumpur gelebt und ich kann mir das durchaus vorstellen in meiner Forschung zu den Staaten Südostasiens forsche und ich bin es dort gewohnt.
00:30:23: Und deshalb wäre das ein sehr großes Angebot für mich natürlich.
00:30:26: Okay, aber eben aufpassen auf den Kaugummi!
00:30:31: Danke fürs Gespräch.
00:30:32: Ja, ich danke Ihnen.
00:30:35: Das war NCC Geopolitik – das große Ganze verstehen Heute zum einzigartigen politischen Modell Singapurs.
00:30:44: Mein Gast war Marco Bümte, Professor für Politik und Gesellschaft Asiens an der Universität in Erlangen.
00:30:52: Danke fürs Zuhören!
00:30:53: Mein Name ist David Vogel.
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